Bücher aus dem Blaubeerwald-Verlag
Leseprobe "ZWISCHEN-WELTEN"
Die spannende Biographie einer außergewöhnlichen Frau!
"Endlich angekommen!
Wie oft habe ich das in meinem Leben schon geglaubt und mich dabei selbst belogen. Um so schmerzhafter war es dann für mich, zuzugeben, dass es wieder nicht das Gesuchte war. Wieder war ich Kompromisse eingegangen, die meinem Herzen widersprachen.
In Gedanken versunken blicke ich aus unserem Wohnzimmer. Das was ich sehe und fühle, berührt mich zutiefst. Ich liebe diesen Ausblick. Um mich herum nur Natur und meine geliebten Tiere. Ja, ich kann es manchmal immer noch nicht fassen - ich bin zu Hause!
Seit mehr als 10 Jahren leben mein Mann Martin, ich und unsere Tiere im Blaubeerwald: 10 000 qm Alleinlage mitten im Wald und ohne direkte Nachbarn. Einfach wundervoll.
Als ich damals die Anzeige in einem kleinen Regionalblatt las, rief Martin sofort bei diesem Makler an, um einen Besichtigungstermin zu vereinbaren. Seit 4 Jahren waren wir bereits auf der Suche nach unserem Traum-Grundstück. Vieles wurde uns in dieser Zeit angeboten, aber jedes Mal fehlte etwas. Unser Enthusiasmus bezüglich des Blaubeerwaldes war deshalb etwas zurückhaltend. Würde es diesmal unser neues,l ersehntes zuhause werden?
Martin war richtig kribbelig als wir dem Auto des Maklers in Richtung Blaubeerwald folgten. Ich dagegen hatte erstmal meine Gefühle auf Eis gelegt. Erst abwarten, cool bleiben, dann tut es hinterher nicht so weh wenn es wieder ein Flop wird. Der Makler bog nach kurzer Fahrt in einen Forstweg ab. Martin war angesichts dessen, dass wir bereits mitten im Wald waren, schon so ziemlich überzeugt, dass es das Richtige für uns wäre.
In meinem Inneren sah ich das Bild von einem Blockhaus ohne sanitären Anlagen, ohne Heizung und ohne Strom. Ich war einfach misstrauisch.
Wir parkten unsere Autos auf einem Forstweg, und der Makler steuerte auf ein Holztor zu, auf dem sich ein zauberhafter Namenszug befand. Ich las den Namen “Im Blaubeerwald“ und ließ ihn vorsichtig auf meiner Zunge zergehen. Langsam rutschte er in meinen Solarplexus. Ich hatte vor lauter Aufregung Schmetterlinge in meinem Bauch.
In der Zwischenzeit erklärte der Makler meinem Mann alle Vorzüge des Grundstücks. Das hätte er sich sparen können, denn als Martin in der Mitte des Grundstücks den albanischen Männerturm erblickte, war der Blaubeerwald bereits sein Eigen.
Mir wäre es am liebsten gewesen, dass sich der Makler mit samt seinen Erklärungen in Luft aufgelöst hätte. Ich spürte die Anwesenheit von Vywamus, meinem spirituellen Lehrer und Freund, die mich bereits seit 15 Jahren begleitete. Eine nichtkörperliche Wesenheit, die sich immer zum richtigen Zeitpunkt in meine irdische Realität „einschaltete„.
Er lenkte meine Augen weg von dem Wohnhaus, dass mir absolut nicht gefiel, und zeigte mir statt dessen die vielen Kleinigkeiten und Schönheiten dieses außergewöhnlichen Ortes. Ich hörte seine Stimme in meinem Kopf wie er mir zuflüsterte, das ist euer zu Hause, lege dein Misstrauen ab, es ist nicht mehr nötig.
Wie immer wollte ich mich selbst überzeugen. Es gab da zwei Stimmen in meiner Brust; die eine war hingerissen von all der Schönheit, die andere sah die ganze Arbeit.
Für Martin schien der Kauf des Blaubeerwaldes bereits perfekt zu sein. Er hatte nicht die geringsten Zweifel. Er war beschwingt wie seit langem nicht mehr. Wäre der Makler nicht dabei gewesen, hätte er wahrscheinlich einen Freudentanz aufgeführt. Ich hingegen brauchte noch Zeit, ich musste nachdenken. Zu oft wurde ich enttäuscht in meinem Leben. Viele Gedanken gingen mir durch den Kopf als wir wieder nach Hause fuhren, in unser Haus, dass im Nachbarort gelegen war.
Martin war kaum zu bremsen. Er sah sich bereits in seinem Turm, in den er sich auf Anhieb verliebt hatte. Seine Begeisterung holte mich aus meinem Wenn und Aber und Hin und Her gerissen heraus. Ich ließ mich nur zu gerne von ihm anstecken. Wenn er einmal von etwas begeistert war, konnte ihm die ganze Welt nicht widerstehen. Er sprühte nur so vor sich hin, und ich spürte wie all meine Zweifel sich in Liebe für ihn und sein so Sein verwandelten.
Ich war sehr stolz auf meinen Mann - wieder einmal - vielleicht sollte ich ihm das öfter sagen, dachte ich bei mir.
Im September 1998 kauften wir den Blaubeerwald mit all seinen schmucken Häuschen. Ich wollte die Welt umarmen, doch Halt, hatte ich auch Grund dazu ? Denn jetzt fing es erst richtig an. Wir muhten und wollten das Wohnhaus im Blaubeerwald renovieren und unser altes Haus in Bruck war noch nicht verkauft. Die befragten Makler machten uns keine großen Hoffnungen, unser Haus in Bruck zu dem von uns geforderten Preis verkaufen zu können. Martin drängte mich Vywamus zu befragen, wie er die Situation einschätzte. Der sagte, es sei alles in Ordnung, wir sollen unsere Preisvorstellung nicht aufgeben. Wie zuversichtlich... Wir brauchten dringend Bares um unseren Blaubeerwald zu renovieren. Doch Martins Eltern, Heinz und Heidi, kamen uns zu Hilfe. Sie bezahlten Martin einen Teil seines Erbes aus, und so konnte es los gehen.
Nach einiger Suche fanden wir eine Baufirma, die im Oktober unser Haus zu renovieren begann. Wir mussten natürlich auch selber Hand anlegen und freuten uns über jede Hilfe. Unsere langjährigen Freunde Michi und Herbert aus Wien halfen uns, so oft es ihre Zeit erlaubte. Natürlich hatten wir zwischen Oktober und Dezember mehrere Seminare, und ich hatte zudem einige Einzelsitzungen, die bereits gebucht waren, und so pendelte ich zwischen Bruck, unserem damaligen Domizil, und dem Blaubeerwald hin und her. Oftmals wurden wir gefragt, wie wir das alles auf eine Reihe brächten. Martin und ich sahen uns dann nur an und antworteten, wir wissen es selbst nicht, aber wenn wir uns etwas vorgenommen haben dann klappt es in der Regel immer.
Zur selben Zeit fanden Michi und Herbert drei kleine Katzenbabys im Blaubeerwald, die von ihrer Mutter verlassen wurden. Sie konnten damals höchstens eine Woche alt gewesen sein. Ich wusste, dass es sehr schwierig sein würde, so kleine Katzen am Leben zu erhalten. Es war mir klar, dass wir sie mit nach Hause nehmen müssen, nur so konnten sie überleben. Leider starben zwei davon. Eine kleines Kätzchen blieb übrig. Wir nannten sie Sunny. Sunny zeigt mir, was es heißt ein Baby aufzuziehen. Alle 2 Stunden wollte sie gefüttert werden, egal ob bei Tag oder Nacht. Ich war in dieser Zeit ohnehin todmüde, nun hatte ich auch noch Sunny die ihr Recht bei mir einforderte. Decken und Wände streichen, Einzelsitzungen, Post erledigen, Kunden anrufen, Seminare halten und Sunny Tag und Nacht. Ich muss gestehen, dass ich damals absolut an meine Grenzen kam. Es gab Tage, da bereute ich den Kauf des Blaubeerwaldes. Ich hatte mein Ziel erreicht und konnte es vor lauter Arbeit nicht genießen. Martin schien es ebenso zu gehen. Wir waren wieder einmal am Limit angekommen. Wie lange würde es noch dauern, wie viele Hürden mussten wir noch nehmen um endlich umziehen zu können? Trotz der Hilfe unserer Freunde schlich sich ein Druck ein, der auch unsere Beziehung belastete, und ich fragte mich, ob es das alles wert ist. Das Gute an dieser Zeit war, dass ich keine Zeit zum Nachdenken hatte - ich musste funktionieren. Ich war immer eine Macherin und so setzte ich meine Energie für die Fertigstellung des Blaubeerwaldes ein.
Anfang Dezember war es dann endlich soweit: Wir konnten einziehen! Unsere erste Nacht im Blaubeerwald verlief alles andere als romantisch. Todmüde fielen wir ins Bett. Ich wollte schlafen und konnte nicht. Mein Körper war schwer wie ein Stein, doch mein Geist war hellwach und so ließ ich meinen Gedanken freien Lauf, während Martin neben mir seinen wohlverdienten Schlaf genoss. Bilder unserer gemeinsamen Vergangenheit blitzten vor meinem geistigen Auge auf. Wie lange sind wir jetzt zusammen, sind es 100, 1000 oder noch mehr Jahre? Tief in meinem Herzen hatte ich das Gefühl von Ewigkeit, von Vertrautheit und einer Liebe, die ich in meinem bisherigen Leben zwar immer gesucht, aber nicht gefunden hatte. Erst durch die Beziehung zu Martin wurde mir klar, dass ich diese Liebe nur mit ihm erleben und leben kann."
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